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Damen und Herren im Frack

Was für eine hübsche kleine Stadt: Punta Arenas, einer der südlichsten Städte des südamerikanischen Festlands. Sie liegt ziemlich weitläufig in einer großartigen Landschaft. Danach kommt nur mehr die Insel Feuerland. Sehr windig ist es hier und kalt!! Zum ersten Mal auf dieser Reise war ich für meine warme Haube wirklich dankbar.

Das Stadtzentrum hat uns mit imposanten, historischen Gebäuden beeindruckt. Aber auch die einfachen Wohnhäuser waren oft ein Blickfang: sehr viel Holz, sehr viele Farben, auch einige ultramoderne Gebäude. Punta Arenas ist ein bunter Mischmasch aus verschiedenen Stilen, kein Wunder bei der geografischen Vielfalt der ehemaligen Immigranten. Viele Einwohner haben übrigens kroatische Wurzeln; ein Taxifahrer mit dem wir ins Gespräch gekommen sind, hat uns von seinen russischen Eltern erzählt. Die Inschriften auf den Gräbern des wunderschönen städtischen Friedhofs erzählen ebenfalls von der vielfältigen Herkunft der ansässigen Familien.

Auch Deutsche bzw. Deutschsprachige hat es hierher verschlagen. Davon zeugt zum Beispiel die freiwillige deutsche Feuerwehr vor Ort und das Oktoberfest, für das wir aber leider zu früh dran waren…

An einem wunderschönen sonnigen – aber trotzdem windigen und kalten – Tag haben wir zwei Ausflugsziele in der Nähe von Punta Arenas besucht: das Freilichtmuseum “Fort Bulnes”, die erste chilenische Kolonie, die in diesem abgelegenen Teil Patagoniens errichtet wurde – wiederum um den Anspruch Chiles auf dieses Territorium zu festigen. Interessant seine Geschichte, die aufgrund der Lage alles andere als einfach war. Bei der Errichtung des Forts spielte einzig und allein die strategisch gute Lage des Ortes auf einer windumtosten Anhöhe an er Küste eine Rolle, die Bedürfnisse der Siedler wurden ignoriert. Im Eintrittspreis inbegriffen war eine englischsprachige Führung und diesmal war “englischsprachig” kein leeres Versprechen.

Besonders putzig: die Kolonie der kleinen Magellan-Pinguine nördlich von Punta Arenas. Ziemlich neugierige und hübsche Tiere. Einer davon hat aus nächster Nähe richtiggehend für unsere Kamera posiert. 😉 Von Punta Arenas aus werden auch Touren zu einer Königspinguin-Kolonie angeboten, angeblich der einzige Ort, an dem man sie außerhalb der Antarktis beobachten kann. Diese Art wird bis zu einem Meter groß. Die Tour dorthin dauert jedoch 12 Stunden und war uns einfach zu lang und zu teuer. Vielleicht beim nächsten Mal!

Seit langer Zeit haben wir es auch wieder einmal ins Kino geschafft: genau richtig für einen kalten, windigen, bewölkten Abend. Zum Glück werden die meisten US-Filme hier auf Englisch mit spanischem Untertitel gezeigt, das macht es für uns einfacher, speziell für Robert. Und im Gegensatz zum letzten Mal haben wir diesmal sogar ein digitales Kino erwischt!

 

Weites grünes Land

 

Das Landesinnere von Uruguay ist eine einzige, endlose grüne Weide – mit sanften Hügeln und einem weiten blauen Himmel. Fast schon kitschig. Jede Menge Kühe, Schafe, wilde Nandus (straußenähnliche Laufvögel), Füchse, Gürteltiere, Stinktiere, Wasserschweine und natürlich Pferde, Pferde, Pferde… Wir sind hier im Land der riesigen Estancias und der Gauchos. Fast wie in Argentinien und doch anders. Die Urugayer selbst wollen ja keinesfalls mit den Argentiniern in einen Topf geworfen werden…

Nachdem wir uns entschlossen hatten, Uruguay aufgrund der Nähe zu Buenos Aires einen Besuch abzustatten, haben wir uns natürlich gefragt, was wir dort überhaupt machen sollen. Denn in Wirklichkeit war Uruguay für uns bisher ein weißer Fleck auf der Landkarte, zwischen Brasilien und Argentinien gelegen, aber komplett unbekannt. Wir haben uns nach einiger Suche im Internet dazu entschieden, ein paar Tage auf einer Estancia, einer riesigen Rinderfarm mitten im urugayischen Nirgendwo zu verbringen…mit jeder Menge Essen (Frühstück, Mittagessen, Nachmittagsjause, Abendessen und von allem reichlich: uff!!!), mit Ausritten am Gelände der Estancia, Lesen, Spaziergängen – und einem 1,5 Tage dauernden Stromausfall… Für mich war’s besonders toll mich mit den anderen Gästen auf Spanisch zu unterhalten und seit einer Ewigkeit (seit meiner Kindheit) wieder einmal auf einem Pferd zu sitzen. Und die Pferde waren sehr geduldig und gutmütig, ein tolles Erlebnis!! Am beeindruckendsten fand ich aber die Wasserschweine (Capybaras), die in bzw. an einem See in der Nähe der Estancia leben: vom Aussehen eine Mischung aus Meerschweinchen und Nutria, sind sie mit über einem Meter Länge die größten lebenden Nagetiere! Ein Wasserschwein ist direkt vor unserem Kanu aufgetaucht, hat einen erschrockenen schrillen Schrei ausgestoßen – und mich dabei mindestens ebenso erschreckt – und ist sofort wieder abgetaucht. Ein paar andere haben wir aus der Ferne am Ufer beobachtet. Sehr scheue und ziemlich ungewöhnliche Tiere. Und dann war da auch noch unsere Begegnung mit einem Stinktier: glücklicherweise mit genügend Sicherheitsabstand!

Parque nacional Lauca

Von Arica aus nahmen wir um 7 Uhr in der Früh einen öffentlichen Bus in das 3,5 Stunden entfernte Dorf Putre auf 3.600 m Seehöhe. Die erste halbe Stunde fuhren wir durch dichten Nebel, dann klarte es allerdings auf und wir konnten vom Busfenster aus die kahle, aber wunderschöne Gebirgslandschaft genießen. Die Straße ins Gebirge ist recht gut ausgebaut, da sie als Transitroute für LKWs von Bolivien zum Seehafen im chilenischen Arica dient. Putre ist ein mehr als verschlafenes Dorf, fast keine Touristen aber auch kaum Dorfbewohner weit und breit. Das Dorf existiert hauptsächlich wegen des Militärstützpunktes, der dort aufgrund der Nähe zu Peru und Bolivien betrieben wird. Wir blieben für 2 Nächte in einer Unterkunft die von einem italienischen Paar geführt wird und machten am zweiten Tag eine Tagestour per Geländewagen in den Lauca Nationalpark, der noch einmal 1000 m weiter oben im Gebirge liegt. Diese Gegend ist touristisch noch weitgehend unerschlossen. Die Höhe spürt man schon sehr deutlich, bei jedem Schritt und vor allem wenn man aufsteht! Im Laufe des Tages baute sich bei mir langsam Kopfweh auf. Aber die Landschaft dort oben ist grandios, ein Bilderbuchvulkan reiht sich an den nächsten! Und mit Flavio hatten wir einen wirklich tollen Guide! Wir haben jede Menge Tiere gesehen, u.a. Vizcachas die wie eine Mischung aus Känguru und Hase ausschauen.

Mitten in den Anden

 

Nach einem unglücklichen Start in der Früh sollte dieser Tag einer der schönsten unserer bisherigen Reise werden…

Bevor wir die spektakuläre Hochgebirgs-Landschaft der Anden genießen konnten, hieß es aber erstmal um 3:00 in der Nacht aufstehen, denn die Fahrt zum Colca Canyon von Arequipa aus dauert mehrere Stunden. Nach 15 Minuten Fahrt mussten wir aber schon einen unfreiwilligen Stopp einlegen:  Erst ein ordentlicher Rumpler und dann überholte einer unserer Hinterreifen unseren kleinen Tourbus während der Fahrt!!  Nach einigen Diskussionen mit dem Guide und dem Fahrer wurde ein Ersatzbus organisiert, mit dem die Fahrt 45 Minuten später weiterging. Ein mulmiges Gefühl blieb aber zurück…

Zum Glück wurden wir durch die spektakuläre Landschaft auf dem Weg zum und im Canyon selbst mehr als entschädigt. Um von Arequipa aus nach Chivay und zum Canyon de Colca zu kommen, muss man einen Pass auf 4.910 m Seehöhe überqueren. Schon nach wenigen Schritten ging uns dort oben die Puste aus, es ist einfach unglaublich!!

Viel mehr möchte ich jetzt auch nicht schreiben, ich glaube die Bilder sprechen für sich.

Puerto Ayora / Isla Santa Cruz

After we settled in in our accomodation and after a “virtual tour” through town by the owner of this place (a guy from Seattle) we had a walk to see what’s going on in this village. The road along the coast was very nice and there were a lot of nice restaurants and shops. The farther you walked away from the coast the shabbier the buildings got. Nevertheless, our host ensured us that we are absolutely safe here on Galapagos – the people here figured out that it is bad for business if there is crime. And there are enough legal ways to get to the money of the tourists…
After our excursion though Puerto Ayora and enjoying dinner we took a taxi home. No matter what our host said, we were not keen to walk the 15 min at night to one of the roads farther away from the coast where our Hostal was located. And since the taxi rides in town always only cost one Dollar, it isn’t worth thinking long if you should save the money or not.

First thing to see next day was the Charles Darwin Research Station. If you go there in the morning the chances are higher to see a lot of the huge tortoises because they are fed. It is really amazing how big they are and how they move their bodies over the bumpy and rough surface. Especially when you take into account that all the rocks are from volcanic origin and so the edges are quite sharp. Also some land iguanas can be seen at the research station. They are rarer and larger than the water iguanas.
After this pleasant start into the day we passed the so called fisherman’s harbour. Was quite interesting to see how they prepare the fresh fish and how eager the Pelicans and Sea Lions were to get a piece. After I saw this I decided that I’ll skip eating fish for a while – just as a precaution…
Next thing on our bucket list was a short hike to a gorge. The place there is one of the rare spots that you can explore on your own without a long taxi ride or a booked trip. I did a short snorkelling session there, but after we arrived it got crowded there pretty fast. The gorge reminded me a bit of the gorges in the Karijini National Park in Western Australia – but only a bit. Karijini was much more spectacular and nicer.

One way to get to the tourist’s money is to offer tours. Often it is hard to say upfront if the tour is worth the money. Like the half day trip that we booked for the following day with snorkeling next to an island for 30 US$. The price would have been ok, if we had been able to do some snorkeling – but the waves were very high and the currents strong. Nevertheless the tour was held for the full price even when it was clear to the locals that there will be no snorkeling where it was supposed to be. At least we could see some blue footed boobies (yeah, that’s their name) and some sea-iguanas. The black iguanas have algae and sea grass as a food source, so they are swimming and diving. The rest of the time they are lying around on the rocky beach and heat their bodies up again. And they are not scared of the tourists at all, actually they’re pretty stoic…

Before we took the “ferry” to the island San Cristobal we made a hike to the Tortoise Bay. Instead of Tortoises we saw some iguanas again lying on a nice beach with very fine sand. That’s at least something. We weren’t looking forward to our boat ride since the weather wasn’t very pleasing. It is possible to visit three islands with public transportation. The hub for that is Puerto Ayora on Santa Cruz. The other two islands are San Cristobal and Isabella. To both islands it is an approx. 3h ride with a speed-boat that I wouldn’t call a “ferry”. Funny thing is that there usually are 2 or 3 ships operating at the same time to the same island. So I really wonder why they use these nutshells for 26 peoples or less, instead of having one proper ferry with less environmental impact and a higher level of safety. After the ride to San Cristobal we were absolutely sure that we are not going to visit Isabella on a day trip – 5 to 6 hours on a boat on one day, especially on such a small one and in rough conditions are simply too much.

A lot of wildlife and a hot spring…

…that’s what the Alaska Highway offered to us after Watson Lake. Of course not to forget the stunning landscape. The first animal was a single huge bison, followed a little bit later by a single bear. Then we encountered a big herd of bisons on both sides of the road and on the road. After several hours of driving through nowhere, we arrived in the middle of nowhere, the campsite at the Liard river hot springs. (In Canada, there are a lot of “nowheres”, and in between these nowheres, there sometimes is something with a name, and this is then “the middle of nowhere” – also quite common here around…) The hot spring is located in the forest and can be reached by a 400 m wooden pathway through a wetland. This wetland is a tempting place for moose, because the grass there is very nutritious, due to the water of the hot spring. So we were lucky to see some moose twice. The next day we scored again, when we saw a cariboo – so the big three (bison, bear, cariboo) were complete.

And by the way, for all non-native English speakers: in North America the “Elch” is called “moose” (Alces alces) and an “elk” is a Wapiti deer (Cervus canadensis)… how confusing is that??

Weisse Nächte

Auf dem Weg nach Norden sahen wir am Rande des Stewart-Cassiar Highways zum ersten Mal eine Bärin mit einem Jungen, die sich aber relativ schnell in den Wald verabschiedeten. Am Abend machten wir einen Stopp auf einem Campingplatz der Naturschutzbehörde an einem wunderschönen See, dem Boya-Lake. Und dort wurde uns zum ersten Mal richtig bewusst, dass es überhaupt nicht mehr dunkel wird. Die Abenddämmerung geht nahtlos in die Morgendämmerung über. Die Zeit dazwischen hat etwas Magisches, es ist hell, aber ganz ruhig. Die innere Uhr ist da natürlich komplett verwirrt, vor allem weil man ja im Zelt nicht einfach die Jalousien runterlassen und den Raum abdunkeln kann. Und auf diesem Zeltplatz hatten wir das erste – und eigentlich einzige Mal in Kanada – das Glück, ein Stück Grasfläche zu ergattern, auf dem wir unser Zelt aufstellen und die Zelthaken ordentlich im Boden versenken konnten. Sonst gibt’s immer nur Schotterflächen, die eigentlich nicht für Zelte, sondern für die monströsen Campingwägen (eher Zweithäuser!!) der Amis und Kanadier ausgelegt sind.

Am nächsten Morgen liehen wir uns ein Kanu aus und machten eine Tour am See. Das Wasser war so klar, wie ich es sonst noch kaum gesehen habe, aber leider ziemlich kalt. Robert war trotzdem schwimmen. Am gleichen Tag lief uns noch eine zweite Bärin über den Weg, diesmal gleich mit 3 Jungen. Süss die Kleinen, aber zu nahe kommen darf man ihnen nicht!

Now, that’s better…

… compared to the views we had of glaciers in Newzealand. At the beginning of our trip up north we didn’t have the village of Stewart on our radar, but a small box in our travel guide-book said it was worth a look. And it was so totally worth a look – we could already catch some glimpses of impressive glaciers on the road to Stewart. The settlement Stewart is quite a sleepy arrangement of houses and the main industry there is forestry. At least we found a very cosy place to stay.

To get to the impressive Salmon glacier we had to take the road to Hyder, which is located in Alaska (USA). Hyder promotes itself as the friendliest ghost town in Alaska (or North America or else). It is really more or less a ghost town and we simply passed through to follow the road that soon started to climb up and change into gravel. After 45min of slow advancement we could see the glacier for the first time. Still it took us another 30min to reach the final viewpoint. What should I say, it was absolutely worth the effort to drive up there.

A funny thing was that there was someone camping there and selling postcards and books. He told us that he was staying there for 2 weeks and then he was getting groceries in Stewart and returning again for 2 weeks. When he is not waiting for cars to come, he is hiking around and spoting bears. His nickname is Bear-man.

After 10km the road is unsealed (…), turn right into the Klusklus Forest road and follow it for 45km (…)

… and then you are at the Fingerlake Wilderness Resort. On the way we could see a bear before he fled into the dense forest. A very remote place – they run a diesel-generator, use satellite communication and the toilet is called “outhouse”. We stayed there for 2 nights in one of the rustic cabins.

To intensify the feeling of being in the wilderness we rented a canoe to explore the Finger lake – our boat was the only one on the whole lake and it took us 3,5h to paddle to the end of one “finger”. We saw several loons and bald eagles. In the evening and during the night we encountered another part of this wilderness – mosquitoes. Really, really bad – I can’t say what is more annoying, New Zealand’s sand-flies or Canada’s mosquitoes.

Unsere letzten Tage in Australien…

Nach unserer Schnorchel-Tour in Coral Bay hatten wir 3 Tage Zeit um wieder Richtung Süden zurück nach Perth zu fahren. Wir legten einen Stopp in “Monkey Mia” ein, einem winzigen Ort und Naturschutzgebiet an der Spitze einer kleinen Halbinsel. Monkey Mia ist berühmt für seine Delphine, die hier schon seit 30 Jahren jeden Vormittag nahe an den Strand ins seichte Wasser kommen um sich ein oder zwei kleine Fische als Snack von den Park-Rangern abzuholen. Sie bekommen nicht mehr, damit sie nicht von den Menschen abhängig werden. Die Delphine kommen wann sie wollen und manchmal kommen sie auch gar nicht – so wie bei uns… 🙁 Zumindest schwammen einige Delphine in Sichtweite vorbei. Als Ausgleich gab’s aber noch Emus und Pelikane aus nächster Nähe zu sehen. Auf dem Rückweg von Monkey Mia hatten wir von einem Aussichtspunkt auf den Klippen einen tollen Blick auf das seichte, klare Wasser der Shark-Bay. Diese Bucht trägt ihren Namen wirklich zu Recht, denn dort herrschte ein reges Treiben: mehrere kleinere Rochen und Riffhaie schwammen gemächlich vorbei. Ein tolles Erlebnis!

Und nach einer letzten Nacht in Perth mussten wir uns auch schon wieder von Australien verabschieden. Mit Zwischenstopp in Sydney ging’s weiter nach Hawaii.