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Über den Río de la Plata nach Uruguay

In nur einer Stunde hat die Fähre von Buenos Aires aus den Río de la Plata – den Silberfluss (in Wirklichkeit ist er braun und eine Mischung aus Süß- und Salzwasser) – überquert und im Hafen von Colonia de Sacramento in Uruguay angelegt.  Leider gab’s auf der Fähre keine Möglichkeit, während der Überfahrt an Deck zu bleiben und das schöne Wetter zu genießen: alles zu! Die Grenzkontrolle war kein Problem und ruck zuck erledigt, wie an den meisten südamerikanischen Grenzübergängen bisher (mit Betonung auf SÜD!!).

Colonia ist eine verschlafene, sehr saubere Kleinstadt mit engen Kopfsteinpflaster-Gassen, alten Gebäuden und einem Leuchtturm und hat insgesamt einen leicht morbiden Charme. Auf den Straßen waren erstaunlich viele Oldtimer unterwegs. Viel gab’s nicht zu tun in Colonia: nach einem späten Mittagessen und einem entspannten Spaziergang in der Altstadt verkrochen wir uns in unserem Quartier.

Aber ganz ohne Ärger geht’s halt doch nicht: erst der vierte Bankomat – nach einer langen Wartezeit in einer Schlange – hat mit unserer Kreditkarte Geld ausgespuckt. Wir waren schon leicht nervös, so ganz ohne Geld…

Way through the mountains

Before we arrived in Santiago we thought already about a way to travel to Argentina. I looked for information about buses and so I found several reports that the crossing of the Andes from Santiago to Mendoza is a must-do. It was also recommended to book a seat on the upper level in the first row to enjoy the ride in the best possible way.

Latest after I checked the prices for a flight to Buenos Aires I was absolutely convinced that we have to take the bus. We booked a passage with Andesmar and were able to get first row seats. Besides that, we were lucky to have great weather. It was really absolutely amazing – the best bus ride ever. The only drawback was the 2 hour waiting time at the border station.

At last a note on the history of this route through the Andes: the pass we took is called Los Libertadores. This name originated from the fact that the Argentinian General San Martin led his army from Mendoza along this way to Chile to bring freedom and independence from Spain. Later on he also liberated Peru.

Parque nacional Lauca

Von Arica aus nahmen wir um 7 Uhr in der Früh einen öffentlichen Bus in das 3,5 Stunden entfernte Dorf Putre auf 3.600 m Seehöhe. Die erste halbe Stunde fuhren wir durch dichten Nebel, dann klarte es allerdings auf und wir konnten vom Busfenster aus die kahle, aber wunderschöne Gebirgslandschaft genießen. Die Straße ins Gebirge ist recht gut ausgebaut, da sie als Transitroute für LKWs von Bolivien zum Seehafen im chilenischen Arica dient. Putre ist ein mehr als verschlafenes Dorf, fast keine Touristen aber auch kaum Dorfbewohner weit und breit. Das Dorf existiert hauptsächlich wegen des Militärstützpunktes, der dort aufgrund der Nähe zu Peru und Bolivien betrieben wird. Wir blieben für 2 Nächte in einer Unterkunft die von einem italienischen Paar geführt wird und machten am zweiten Tag eine Tagestour per Geländewagen in den Lauca Nationalpark, der noch einmal 1000 m weiter oben im Gebirge liegt. Diese Gegend ist touristisch noch weitgehend unerschlossen. Die Höhe spürt man schon sehr deutlich, bei jedem Schritt und vor allem wenn man aufsteht! Im Laufe des Tages baute sich bei mir langsam Kopfweh auf. Aber die Landschaft dort oben ist grandios, ein Bilderbuchvulkan reiht sich an den nächsten! Und mit Flavio hatten wir einen wirklich tollen Guide! Wir haben jede Menge Tiere gesehen, u.a. Vizcachas die wie eine Mischung aus Känguru und Hase ausschauen.

Erste Eindrücke aus Chile: Arica

 

Genau am Wochenende des Unabhängigkeitstages sind wir in Chile bzw. in der Grenzstadt Arica im äußersten Norden des Landes angekommen. Überall wehten chilenische Flaggen und die halbe Stadt war am Strand um zu feiern. Arica ist eine freundliche, sonnige Stadt und Ausgangspunkt für Touren in den Nationalpark Lauca. Außerdem wurden in der Nähe der Stadt die angeblich ältesten Mumien der Welt gefunden, die der Chinchorro-Kultur. Diese Menschen haben vor Tausenden von Jahren alle ihre Toten in aufwändigster Art und Weise präpariert und somit quasi unsterblich gemacht. Nicht nur Adelige oder besonders wichtige Mitglieder der Gesellschaft, sondern jeden, selbst ungeborene Babies.  Makaber aber wahr: Sie gingen dabei in ähnlicher Art und Weise vor, wie heutzutage Tiere ausgestopft werden.  Ein tolles Museum in der Nähe von Arica widmet sich diesem interessanten Thema und stellt die Geschichte der Völker dar, die vor den spanischen Eroberern und sogar noch vor den Inca in dieser Gegend – im Gebirge und an der Küste – gelebt haben.

In Arica fanden wir eine gemütliche Unterkunft: eine Jugendherberge die von einem Neuseeländer und einer Peruanerin betrieben wird. Das Frühstück war eines der besten bisher in Südamerika.

Von Lima über Ica bis an die chilenische Grenze…

…ging’s per Bus mit “Cruz del Sur” in insgesamt 20 Stunden. Bei der peruanischen Busgesellschaft Cruz del Sur verläuft das Einsteigen in den Bus wie ein Check-In am Flughafen: mit Aufgabe des großen Gepäcks und Sicherheitskontrollen. Wir haben einen Platz ganz vorne am oberen Deck des Buses reserviert und hatten eine tolle Aussicht durch das Panoramafenster. Nach 4 Stunden Fahrt an der Küste entlang Richtung Süden legten wir einen Stopp in Ica ein, einer kleinen Stadt in der Wüste, die berühmt ist für ihre Oase “Huacachina”. Huacachina liegt inmitten von gewaltigen Sandünen, die größten die wir bisher gesehen haben. Aber das einzig wirklich spannende dort sind die Fahren mit Geländebuggies durch die Dünen und das Sand-Boarding: Wir haben uns gefühlt wie auf einer Achterbahn, so schnell ist der Fahrer die Dünen rauf und runter gebrettert bzw. geflogen! Sandboarding war ganz lustig, aber Sand ist halt nicht zu vergleichen mit Schnee und den Zustand der Boards dort möchte ich mal lieber nicht kommentieren…

Am nächsten Tag haben wir uns für eine lange Nachtfahrt – wieder mit Cruz del Sur, aber in einer höheren Klasse – bereitgemacht. Und waren komplett begeistert von dem luxuriösen Bus der uns erwartet hat, mit Kabinen wie in der Business-Class im Flieger: gemütliche große Sitze mit persönlichem Entertainment-System und einer warmen Mahlzeit. Und das zu einem echt günstigen Preis. Unterwegs stieg einmal ein peruanischer Polizist zu und warf einen strengen Blick in unser Abteil. Ein paar Stunden später mussten alle Passagiere aussteigen und eine halbe Stunde an einer Zollstation warten, während der ganze Bus von Beamten durchsucht wurde: es ging aber nicht um Drogen oder ähnliches, sondern um Obst und Gemüse, dass nicht aus den nördlichen Teilen Perus in die Anbaugebiete im Süden gebracht werden darf, um die Ausbreitung von Schädlingen zu vermeiden.

Am nächsten Vormittag erreichten wir die peruanische Grenzstadt Tacna und verbrachten eine Nacht in einem ungemütlichen Hotel, bevor die Reise mit einem Sammeltaxi über die peruanisch-chilenische Grenze weiter ging. Der Taxifahrer war sehr hilfsbereit und hat uns zu den einzelnen Stationen der Grenzkontrolle begleitet, somit lief alles problemlos ab.

Südwärts…

…durch den Yukon. Mit Dawson City sind wir am nördlichsten Punkt unserer Reise angekommen, und weil wir so weit hinaufgefahren sind, müssen wir die ganze Strecke auch wieder hinunterfahren. Auf dieser Etappe hatten wir ein paar interessante Stopps: die Carcross-Desert, eine winzige Wüste, die aus einem urzeitlichen See entstanden ist. Den White-Pass an der Grenze Kanada/Alaska, den die Goldschürfer im 19.Jhd im Winter, zu Fuß und mit schweren Lasten bepackt überqueren mussten. Viele von Ihnen ließen auf diesem Abschnitt ihr Leben. Wir konnten bequem mit dem Auto hinauffahren, es führt jedoch auch ein, aufgrund seiner historischen Bedeutung sehr populärer und bereits Monate im Voraus ausgebuchter, mehrtägiger Wanderweg hinauf. Und zuletzt noch den Schilderwald in Watson Lake: eine unüberschaubare Ansammlung von (Orts)Schildern aus aller Welt, die 1942 von einem US-Soldaten begonnen wurde, der beim Bau des Alaska Highways beschäftigt war. Von Heimweh geplagt, stellte er in Watson Lake ein Schild mit Namen und Entfernung seiner Heimatstadt auf. Viele folgten seitdem seinem Beispiel. Wir hatten leider kein Schild dabei…

Top-of-the-World Highway

Yeah, it’s really called that way – but 50% of the road is unsealed and another 20% are in a bad condition. But they are about to change that, at least on the US side of the road. In fact we expected only 19 km of unsealed road, not 50 km. But it was worth it – even the border control there was somehow exciting, because this border station is 1h away from any settlement and located on the second highest point of the mountain ridge that the road follows. The boarder station looks kind of remote and lonely up there.

But before we could turn into the TotW Hwy we had to pass the US border on the Alaska Hwy. This was really easy – only 4 questions were asked and that’s next to nothing for a US immigration officer. First thing we did in the USA was fueling up, because there the fuel is much cheaper. Another thing that is typically US: The traffic signs have much more bullet holes than the ones in Canada. If there was a sign with the wording “5000$ fine for shooting traffic signs”, I bet this sign would have hundrets of bullet holes. Overall we stayed only for 3h in the US and we visited only one “town”. This place was called Chicken and makes most of its money with fuel and crazy T-Shirts that relate to the name of Chicken. We fueled up again, but we didn’t buy a T-shirt.

What a nice time…

… without any border controls or security checks. But, after approx. 6 weeks, we had to cross a border again – the one between the US and Canada. We decided to drive to a smaller border station near Lynden to avoid a long waiting time. It worked out quite well and so we could proceed further north without a sincere delay. So, welcome to Canada.

For our way up we decided to drive on the road that leads us to Whistler. When we passed Whistler it rained and in addition all the parking lots were full – this place is one of the major destinations for people from Vancouver when it comes to weekend-trips, and everything is expensive there. After Whistler the road narrows and the traffic gets much less – so the first glimpse of wilderness can be enjoyed – including a short view on a glacier before the clouds hid it again.