Glaciar Perito Moreno

Die argentinische Kleinstadt El Calafate am südöstlichen Rand des Nationalparks Los Glaciares ist zu Recht für eines berühmt: den gewaltigen Perito Moreno Gletscher, der an seiner 60 m hohen Abbruchkante in den Lago Argentino kalbt. Auf Stegen kann man relativ nahe an den Gletscher heran, der im Gegensatz zur Pasterze nicht schrumpft, sondern immer weiter wächst. Wenn dann ein gewaltiger Brocken Eis unter lautem Donnern ins Wasser kracht oder man das Knacken und Knirschen des Gletschereises unter Druck hört, verursacht das Gänsehaut. Wir haben zwar schon in Kanada oder Norwegen riesige Gletscher gesehen, der Perito Moreno mit seiner Dynamik, die man aus nächster Nähe miterleben kann, übertrifft sie aber alle! Vergleichbar war dieses Erlebnis nur mit der eiskalten Nacht im Zelt unter dem Gletscher des Mount Cook in Neuseeland, in der uns die Geräusche von herabstürzenden Eisbrocken in den Schlaf begleitet haben.

Ganz billig war der Ausflug zum Perito Moreno – 80 km Busfahrt von El Calafate und Eintrittsgebühr in den Nationalpark – leider nicht, aber das sind wir von Patagonien mittlerweile schon gewöhnt. Hier ist nichts billig und trotz Nebensaison schon einiges los (ich möchte nicht wissen wie‘s hier in der Hochsaison rund geht). Vor ein paar Jahren habe ich einmal einen Artikel eines Travellers gelesen, der geschrieben hat: „Sollen sie sich doch in Kanada gegenseitig auf die Füße steigen, ich fahr nach Patagonien“. Dazu kann ich nur sagen: Hah!! Meiner Meinung nach ist hier mehr los als in den Gegenden von Kanada, die wir besucht haben, und es ist zum Teil sogar teurer als dort. Die Preise sind manchmal eine richtige Frechheit und einfach nicht gerechtfertigt, aber ich bin mir sicher, dass diese Entwicklung in den nächsten Jahren mit mehr und mehr Touristen noch weiter gehen wird. Und wem kann man es verübeln? Man kann hier richtig geile Sachen unternehmen, aber ohne das nötige Kleingeld geht’s halt nicht. Oft läuft das bei uns jetzt so ab: „Das könnt ma machen, klingt super laut Lonely Planet. Schau ma mal die Preise im Internet nach …. ok … ähm … dann wohl eher doch nicht!“ Überall ist vom „Ende der Welt – Fin del Mundo“ die Rede, ein Gefühl von Abenteuer und Pioniertum will sich aber wirklich nicht mehr einstellen. Dafür muss man schon noch weiter Richtung Süden vordringen: bis in die Antarktis. Und ab da wird’s dann komplett unleistbar! (Aber ein paar Reiseträume muss man sich ja noch für die Zukunft aufsparen…)

 

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