Daily Archives: July 27, 2014

Seattle

Seattle, die Stadt des Regens. Wir hatten aber – zumindest an 2 Tagen – Glück mit dem Wetter. Unsere Unterkunft war diesmal ganz außergewöhnlich: ein hübscher, gemütlicher, winziger Zigeunerwagen ganz aus Holz (vom Vermieter selbst gebaut), wieder über airbnb gebucht. Dazu gab’s im Haus der Gastgeber ein Wohnzimmer mit Essbereich und ein Bad, das man mit anderen Mietern teilen musste. Das war aber gar kein Problem, wir haben uns gut mit unseren Mitbewohnern unterhalten.

Die Stadt Seattle hat eine ganz ungewöhnliche Geschichte,  von der wir bei einer “Underground” Tour mehr erfahren haben. Der Name “Seattle” stammt von einem Häuptling eines in der Gegend ansässigen Indianerstammes. Damit die Gründungsväter von Seattle diesen Namen benutzen durften, mussten sie dem Häuptling ab 1853 lebenslang jedes Jahr einen ordentlichen Geldbetrag bezahlen. Sie dachten sich: der ist schon um die 60 (für damalige Verhältnisse ziemlich alt!), der wird’s sowieso nicht mehr lange machen. Er wurde aber über 90 und die Stadt Seattle musste tief in die Tasche greifen. Seattle wurde übrigens 2 mal erbaut, zum 2. Mal nachdem die ursprüngliche, ganz aus Holz erbaute untere Stadt komplett abgebrannt war. Das kam den Bewohner im Grunde genommen aber ganz gelegen, denn bei der ursprünglichen Stadtplanung hatte man so ziemlich alles falsch gemacht, was man falsch machen kann (Lage in einer Ebene mit starken Gezeiten, Probleme mit der Kanalisation etc.) Der Plan war, das komplette Stadtgebiet um ein paar Meter mit Erde aufzuschütten, damit das Meer bei Flut nicht mehr die Strassen überschwemmt und damit man ein Gefälle für die Kanalisation ins Meer zustande bringt. Das hätte jedoch Monate bis Jahre gedauert. Den Geschäftsinhabern in Seattle war das zu lang, um mit ihren Geschäften zu warten, daher sagten sie: wir bauen unsere Gebäude wieder auf, egal was drumherum passiert. Die Stadtväter konnten dagegen nichts machen, gaben jedoch die Vorgabe heraus, alle Gebäude so zu errichten, dass die Haupt-Eingangstüren und Fenster erst in einigen Metern Höhe liegen. Im Laufe der kommenden Monate und Jahre errichtete die Stadt dann zwischen den Gebäuden Dämme aus Stein, die mit Erde aufgefüllt wurden. Darauf wurden die Strassen gebaut. Zwischend den Dämmen und den Gebäuden wurde jedoch ein Abstand eingehalten, das heißt, statt eines Gehsteiges klaffte neben den Geschäften ein mehrere Meter tiefer Abgrund, in den nicht nur ein betrunkener Saloonbesucher stürzte. Um von einem Gebäude ins nächste zu kommen, musste man zuerst mit Leitern auf die Strasse hinaufklettern und dann beim nächsten Gebäude wieder in den Abgrund hinunterklettern. Man stelle sich Damen mit Reifröcken dabei vor…. Irgendwann wurden  allerdings Gehsteige aus Holzbrettern und Stahlträgern über die Lücken gebaut. Darunter befanden sich dann ein unterirdischer Markt, Vorratsspeicher bzw. lange unterirdische Tunnel. Und die Reste davon kann man auch heute noch im Rahmen einer geführten Tour besichtigen. Und noch ein lustiges Detail: nach dem großen Brand hatten die meisten Geschäftsinhaber in Seattle ihr gesamtes Hab und Gut mit allen Waren verloren, es kam jedoch glücklicherweise niemand dabei ums Leben. Letzteres war im speziellen für ein Business ganz besonders vorteilhaft: das Bordell. Die Besitzerin war die einzige Geschäftsinhaberin in Seattle, die ihr Geschäft ohne größere Verluste direkt nach dem Brand wieder aufnehmen konnte. Und das ermöglichte es ihr auch, großzügige Kredite an andere Geschäfte zu vergeben. Kurz gesagt: ohne das Bordell wäre Seattle niemals so schnell wieder aufgebaut worden. Und deshalb kann man wohl mit Fug und Recht sagen – obwohl’s wahrscheinlich so nicht in den offiziellen Geschichtsbüchern steht – dass eine “Puffmutter” zu den “Gründungsvätern” von Seattle gehört hat.

Kettensägen-Kunst

In Chetwynd (British Columbia) finden jedes Jahr internationale Meisterschaften im Kettensägen-Schnitzen statt. Heuer wär’s Ende Juni soweit gewesen, für uns leider zu früh. Die fertigen Skulpturen kann man aber über die ganze Stadt verteilt besichtigen. Schon toll, wenn man bedenkt, dass diese Figuren mit so etwas Grobem wie einer Kettensäge gemacht wurden!!

Milestone Zero

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On our way back we made a stop in Dawson Creek where the Alaska Highway (http://en.wikipedia.org/wiki/Alaska_Highway#mediaviewer/File:Alaska_Highway1.png)  offically starts. All in all we drove about 1100 Miles of this road (some sections we drove twice) – only the last 120 Miles in Alaska we didn´t explore.

A lot of wildlife and a hot spring…

…that’s what the Alaska Highway offered to us after Watson Lake. Of course not to forget the stunning landscape. The first animal was a single huge bison, followed a little bit later by a single bear. Then we encountered a big herd of bisons on both sides of the road and on the road. After several hours of driving through nowhere, we arrived in the middle of nowhere, the campsite at the Liard river hot springs. (In Canada, there are a lot of “nowheres”, and in between these nowheres, there sometimes is something with a name, and this is then “the middle of nowhere” – also quite common here around…) The hot spring is located in the forest and can be reached by a 400 m wooden pathway through a wetland. This wetland is a tempting place for moose, because the grass there is very nutritious, due to the water of the hot spring. So we were lucky to see some moose twice. The next day we scored again, when we saw a cariboo – so the big three (bison, bear, cariboo) were complete.

And by the way, for all non-native English speakers: in North America the “Elch” is called “moose” (Alces alces) and an “elk” is a Wapiti deer (Cervus canadensis)… how confusing is that??

Südwärts…

…durch den Yukon. Mit Dawson City sind wir am nördlichsten Punkt unserer Reise angekommen, und weil wir so weit hinaufgefahren sind, müssen wir die ganze Strecke auch wieder hinunterfahren. Auf dieser Etappe hatten wir ein paar interessante Stopps: die Carcross-Desert, eine winzige Wüste, die aus einem urzeitlichen See entstanden ist. Den White-Pass an der Grenze Kanada/Alaska, den die Goldschürfer im 19.Jhd im Winter, zu Fuß und mit schweren Lasten bepackt überqueren mussten. Viele von Ihnen ließen auf diesem Abschnitt ihr Leben. Wir konnten bequem mit dem Auto hinauffahren, es führt jedoch auch ein, aufgrund seiner historischen Bedeutung sehr populärer und bereits Monate im Voraus ausgebuchter, mehrtägiger Wanderweg hinauf. Und zuletzt noch den Schilderwald in Watson Lake: eine unüberschaubare Ansammlung von (Orts)Schildern aus aller Welt, die 1942 von einem US-Soldaten begonnen wurde, der beim Bau des Alaska Highways beschäftigt war. Von Heimweh geplagt, stellte er in Watson Lake ein Schild mit Namen und Entfernung seiner Heimatstadt auf. Viele folgten seitdem seinem Beispiel. Wir hatten leider kein Schild dabei…

So geht “Camping”…

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…in den USA und Kanada. Hier gibt’s fast nur Campingwägen Marke “Zweitheim”, oft werden hinten sogar noch kleine Autos oder Quad-Bikes angehängt. Als ob das Modell auf dem Foto nicht schon groß genug wäre, kann man den Anhänger auch noch seitlich ausfahren! Und der Platz wird gebraucht, denn das Allernötigste von daheim muss schließlich mit in den Urlaub, sprich: das halbe Haus. Dieses Modell ist übrigens bei weitem nicht das größte das wir hier gesehen haben, man stelle sich Campingwägen in Reisebus-Größe vor. Und weil solche Monster hier die Regel und nicht die Ausnahme sind, sind die Campingplätze auch darauf ausgerichtet, und bieten große geschotterte “pull-through” Stellplätze an. Auf ein schönes Stückchen Gras darf man da als einfacher Zelt-Besitzer kaum hoffen.

Übrigens: Es ist hier tatsächlich so, dass viele reiselustige Rentner mit Pensionsantritt ihr Haus verkaufen, komplett in einen dieser Monster-Campingwägen umziehen und fortan in Nordamerika der Sonne hinterher fahren. Wir haben ein Paar getroffen, das schon seit 10 Jahren auf diese Art und Weise unterwegs ist.

 

Dawson City

Bei Dawson City mündet der berühmte Klondike-River in den noch berühmteren Yukon-River, und dort am sogenannten “Discovery Creek” wurde 1886 Gold entdeckt. Das führte – mit einiger Verzögerung, denn die Nachricht vom Goldfund brauchte mehrere Monate bis in die “Zivilisation” – zu einem gewaltigen Goldrausch, bei dem jedoch die wenigsten Goldgräber auch tatsächlich zu Reichtum gelangten. Vielmehr wurden diejenigen reich, die die Goldgräber mit Ausrüstung und diversen anderen Waren und Dienstleistungen (!) versorgten. Viele Menschen kamen bereits bei der langen beschwerlichen Anreise zu den Goldfeldern ums Leben, bis dahin waren die besten “Claims” ohnehin schon vergeben und viele Glücklose kehrten dem Norden bankrott den Rücken.

Wenn wir schon mal da oben sind, so dachten wir, müssen wir das mit dem Goldwaschen auch mal selbst ausprobieren. Und tatsächlich sind wir auf Gold gestoßen!! Leider nur im Rahmen eines Goldschürf-Schnell-Kurses mit präparierten Pfannen. Spaß hat’s aber trotzdem gemacht.

Unsere erste Unterkunft in Dawson City war eine seeehr rustikale Jugendherberge auf der anderen Seite des Yukon, zu rustikal für uns (kein Strom, kein fließendes Wasser und schon gar kein Warmwasser für eine Dusche, dafür aber übelriechende Plumpsklos…), deshalb blieben wir nur eine Nacht. Dort trafen wir ein Paar aus Österreich, die gerade mehrere Wochen den Yukon hinuntergepaddelt sind, und einen jungen Deutschen, der aktuell mit Schwammerlsuchen (und zwar Morcheln!) in Kanada sein Geld verdient und davor im peruanischen Amazonasgebiet auf eigene Faust mit dem Schlauchboot im Dschungel unterwegs war. Dagegen sind wir mit unserer Weltreise sowas von stinknormal!! Es war auf jeden Fall ein interessantes Gespräch und ein schöner Abend. Am nächsten Morgen sind wir dann aber mit der Fähre nach Dawson City hinüber gefahren und haben uns dort im “Bunkhouse” ein Zimmer mit Gemeinschaftsbad gegönnt

Dawson City besteht aus einer Reihe von nostalgischen Holzhäusern, mit matschigen Straßen und Gehsteigen ebenfalls aus Holz. Es gibt einige schräge Bars mit toller Livemusik am Abend. Der Wein wird in Biergläsern serviert und bei den Männern überwiegen die Vollbartträger. 🙂

Top-of-the-World Highway

Yeah, it’s really called that way – but 50% of the road is unsealed and another 20% are in a bad condition. But they are about to change that, at least on the US side of the road. In fact we expected only 19 km of unsealed road, not 50 km. But it was worth it – even the border control there was somehow exciting, because this border station is 1h away from any settlement and located on the second highest point of the mountain ridge that the road follows. The boarder station looks kind of remote and lonely up there.

But before we could turn into the TotW Hwy we had to pass the US border on the Alaska Hwy. This was really easy – only 4 questions were asked and that’s next to nothing for a US immigration officer. First thing we did in the USA was fueling up, because there the fuel is much cheaper. Another thing that is typically US: The traffic signs have much more bullet holes than the ones in Canada. If there was a sign with the wording “5000$ fine for shooting traffic signs”, I bet this sign would have hundrets of bullet holes. Overall we stayed only for 3h in the US and we visited only one “town”. This place was called Chicken and makes most of its money with fuel and crazy T-Shirts that relate to the name of Chicken. We fueled up again, but we didn’t buy a T-shirt.