Sydney

Nach den Nächten im Zelt, in der Natur und Wildnis Tasmaniens war Sydney ein kleiner Kulturschock: von wenigen Menschen zu Menschenmassen. Und wir mittendrin, schwer bepackt (und völlig fertig) mit unseren riesigen Rucksäcken auf dem Weg vom Bahnhof zu unserer Unterkunft. Heiß war’s nebenbei auch noch. Auf den Strassen extrem viele Leute: Einheimische und Touristen aus aller Welt: Geschäftsleute im dunklen Anzug (bei den Temperaturen!!), von Kopf bis Fuß durchgestylte junge Sydneyer (sagt man das so?), jede Menge asiatische Urlauber und natürlich viele Rucksacktouristen (mit oder ohne Sonnenbrand). Der Schock hat aber nicht lange gehalten: Sydney ist eine wunderbare Stadt mit Wohlfühlfaktor, sicher aber auch ein bisschen oberflächlich (oder ein bisschen mehr…): warm und sonnig (zumindest jetzt), sauber (zumindest in den Vierteln in denen wir waren), mit einem guter Kontrast zwischen schön gepflegten alten und ultramodernen Gebäuden und großartigen Hafenvierteln. Und mit jeder Menge braungebrannter Menschen (ähm…alle außer wir…zumindest konnte man sofort sehen, wer Einheimischer war und wer nicht…), durchtrainierter Männer (so viele Waschbrettbäuche sieht man an österreichischen Badeseen nicht mal ansatzweise!!), sportelnder Leute mit ihren persönlichen Fitnesstrainern (zu allen möglichen und unmöglichen Tageszeiten) und knapp bekleideter Mädels (Hotpants sind heuer wieder sehr angesagt!). Hier wird eindeutig ein Körperkult betrieben, den es in der Form in Österreich nicht gibt. Auf der anderen Seite sieht man aber auch viel mehr richtig dicke Leute…was bei dem breiten Angebot an Burgern auch nicht verwunderlich ist. Einen Burger hab ich mir dann auch gegönnt: einen vegetarischen Burger…und zwar leider einen ziemlich grauslichen. Das vegetarische Patty war frittiert und wahrscheinlich fettiger als die Pommes und obwohl ich den Burger nicht komplett aufgegessen hab, lag er mir ziemlich lange im Magen…

Nachdem wir mit einem knappen Budget unterwegs sind (das ist ganz schön gewöhnungsbedürftig!), mussten wir an einigen Ecken sparen. Wir haben in einer Privatwohnung (einem “Loft”, wie nobel) bei einem jungen Pärchen gewohnt. Das war wieder mal das gute alte WG-Feeling, mit seinen Vor- und Nachteilen. Unsere Gastgeber selbst waren zwar etwas reserviert, hatten aber immer wieder Freunde zu Besuch mit denen wir uns super verstanden und unterhalten haben, darunter Holländer, Briten und Australier. Unser Bett war so weich, dass wir fast darin versunken sind (mit entsprechenden Rückenschmerzen…) und ohne Klimaanlage wäre man dort oben (1. Stock im Loft, ohne Fenster) sicher erstickt…

Zweiter Kostenfaktor: Eintritte in Museen und andere Touristen-Attraktionen. (Zum Beispiel kann man für spottbillige 250-300 Dollar p.P.  angeseilt im Tross auf die Pfeiler der Sydney-Harbour Bridge spazieren…) Nachdem wir zur Zeit arme Schlucker sind, haben wir das so ziemlich gecancelt, denn die Preise hier sind echt unverschämt. Aber auch ohne Geld gibt’s in Sydney so einiges zu sehen: z.B. im Rahmen eines ausgedehnten Stadtspaziergangs, mit Pausen im botanischen Garten, am Hafen, beim Opera House oder in einem der schönen Parks. Und davon gibt’s in Sydney wirklich viele. Ich hatte das Gefühl, man könnte ganz Sydney durchqueren und dabei immer nur in Parks oder auf Grünflächen unterwegs sein. Und gratis dazu gibt’s jede Menge freilebender Papageien, Kakadus, Ibisse und …. Spinnen in stattlicher Größe, in noch stattlicheren Netzen.

Super und verhältnismäßig billig war außerdem noch das Öffi-Tagesticket, das gilt nämlich auch für die zahlreichen Fähren, mit denen man in andere Stadtviertel oder zu einigen bekannten Stränden fahren kann. Damit spart man sich gleich mal die teure Variante auf einem Touristen Ausflugsboot.

Und am schönsten war es sowieso sich irgendwo auf eine Parkbank zu setzen und die vorbeikommenden Leute zu beobachten…und am allerschönsten: dank fleißigen Einsatzes von Sonnencreme sind wir ohne Sonnenbrand davongekommen (und auch ein bisschen braun geworden, zumindest für unsere Verhältnisse…)!

Mein Fazit: Sonne und Meer sind super, aber ich fühle mich in den Bergen und der Natur daheim!

 

One thought on “Sydney

  1. Ja das ist wirklich eine Stadt mit so viel schönen Menschen das ist echt ein wahnsinn. Aber man bedenke die meisten dieser durchtrainierten Männermodels werfen eher ein Auge auf Robert als auf dich liebe Eva 😉

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